Waldkindergarten Riesenstein


-Pädagogische Konzeption-


1. Unser Waldkindergarten

1.1 Entstehung

Der Waldkindergarten des Blattwerk e.V. wurde im Jahr 2011, von zwei Erzieherinnen und einem Erzieher ins Leben gerufen. Der Grundgedanke war, Kindern aus der Heidelberger Altstadt und der Weststadt die Möglichkeit zu schaffen, einen nahe gelegenen, zu Fuß erreichbaren Waldkindergarten besuchen zu können.


1.2 Die Idee

Unser Ziel ist es, in und mit Hilfe der Natur die Kinder auf spielerische und natürliche Weise in ihrer Gesamtpersönlichkeit zu fördern und zu stärken, so dass sie zu selbstbewussten, selbstsicheren und verantwortungsvollen jungen Menschen heranwachsen können.
Die freie Natur ist ein großartiger Platz zum Erleben und Spielen für die Kinder. In vielfältiger und natürlicher Weise schafft und bietet sie unbegrenzte Möglichkeiten für sinnvolles und phantasievolles Spiel, für Bewegungen aller Art, für Entdeckungen, Erfahrungen und Erlebnisse, die uns als Menschen herausfordern, uns sensibilisieren, uns träumen und nachdenken lassen.
Das bewusste Erleben der Jahres- und Tageszeiten, das Leben in und mit der Natur fordert und fördert zugleich. In allem, was die Kinder in der Natur erleben, wird eine Vielzahl ihrer Sinne gleichzeitig angesprochen.
Mit Hilfe sach- und fachkundiger Begleitung „Wald erfahrenen“ Erzieher, die diese Erlebnisse und Erfahrungen der Kinder unterstützend begleiten, haben die Kinder die Möglichkeit, sich spielerisch Wissen und Fähigkeiten anzueignen.
Dieses Wissen und diese Fähigkeiten sind positive Grundsteine für ihr weiteres Leben.

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2. Geschichte der Wald- und Naturkindergärten


Ihre Wurzeln hat die Wald- und Naturpädagogik in Schweden. Seit 1892 gibt es dort eine Organisation, die ganzjährig Aktivitäten im naturpädagogischen Bereich für alle Altersstufen anbietet. Für Kinder im Vorschulalter wurde Mitte des 20sten Jahrhunderts eine erste Gruppe ins Leben gerufen. In Dänemark blieben diese pädagogischen Einflüsse nicht ohne Wirkung. Mitte der fünfziger Jahre entwickelte sich eine Elterninitiative, die bald den ersten dänischen Waldkindergarten gründete.

In Deutschland wurde der erste Waldkindergarten von Ursula Sube in Wiesbaden gegründet. Im Frühjahr 1968 erhielt der Kindergarten die amtliche Genehmigung. Ende der achtziger Jahre erhielt ihre Waldgruppe eine offizielle Betriebsgenehmigung.

1993 konnte, nach zwei jähriger intensiver Vorarbeit von zwei engagierten Erzieherinnen, der erste staatlich anerkannte Waldkindergarten in Flensburg eröffnet werden. Durch die intensive Öffentlichkeitsarbeit des Flensburger Waldkindergartens und vieler Besucher wurde die Idee weiter getragen.

1994 folgte die Eröffnung der Waldkindergärten in Berglen (Baden-Württemberg) und Lübeck. Die Initiatoren leisteten Pionier- und Überzeugungsarbeit – vor allem im Umgang mit den zu dieser Zeit noch skeptischen Ämtern und Behörden. Ab Mitte der 90er Jahre wurden weitere Waldkindergärten gegründet, begleitet von zum Teil sehr kontroversen Diskussionen in der pädagogischen Fachpresse.

Heute gibt es ca. 450 Einrichtungen dieser Art in Deutschland, Tendenz steigend. 1996 wurde der „Bundesarbeitkreis der Naturkindergärten in Deutschland“ gegründet, im Jahr 2000 ein Bundesverband.

Es haben sich unterschiedliche Formen des Waldkindergartens entwickelt. Wir entsprechen der Form des reinen Waldkindergartens. Im reinen Waldkindergarten verbringen die Kinder den ganzen Tag in der Natur, in einem bestimmten, räumlich begrenzten Gebiet.

Dieses Gebiet spiegelt die gesamte landschaftliche Vielfalt Deutschlands wieder.

So gibt es den Insel-Naturkindergarten ebenso wie den Naturkindergarten im Englischen Garten in München. Der Wald ist der Hauptaufenthaltsort der Kinder. Er ist leicht erreichbar und in der Regel öffentlich zugänglich.

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3. Ziele der Waldpädagogik


Ø Wertschätzung alles Lebendigen und der Lebensgemeinschaft Wald

Ø Das Erlernen eines verantwortungsvollen Umgangs in und mit der Natur

Ø Der Umgang und das positive Miteinander erleben und leben in einer Gemeinschaft und sich als Teil einer solchen zu empfinden

Ø Förderung des ganzheitlichen Lernens durch Erfahrungen und Erleben mit allen Sinnen und Wahrnehmungsebenen

Ø Anregung der Fantasie und der Kreativität im Umgang mit Naturmaterialien

Ø Förderung der Motorik, sowohl Feinmotorik, als auch Grobmotorik, durch differenzierte, ansprechende Bewegungsmöglichkeiten und -anlässe.

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4. Grundsätze der Arbeit im Wald


Waldkindergärten sind staatlich anerkannte Kindergärten, in denen die Kinder sich selbst erproben, experimentieren, spielen, singen, werken, basteln und toben können.

Der Bewegungsdrang der Kinder kann im Wald optimal ausgelebt werden. Bewegung ist die wesentliche Grundlage für eine ganzheitliche Entwicklung.

Die Kinder können Grenzen erfahren und diese Schritt für Schritt erweitern. Dadurch werden sie selbstsicher und selbständig. So lernen sie Verantwortung zu übernehmen, für sich selbst, ihr Handeln und dessen Folgen.

Der Aufenthalt im Waldgebiet schafft ein Gleichgewicht zu unserer hektischen, lauten, reizüberfluteten und engen Welt. Die direkte Begegnung der Kinder mit der Natur findet jeden Tag, bei fast jeder Wetterlage statt.

Bei Extremwetterlagen stehen ein beheizbarer Bauwagen und eine Notunterkunft zur Verfügung.

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5. Umsetzung der Grundsätze

5.1 Umwelt- und Naturerleben, Sinneswahrnehmung

Im Wald und in der freien Natur steht das Erleben mit allen Sinnen immer im Mittelpunkt.

Hier haben die Kinder die Möglichkeit zu erfahren, dass der Wechsel der Jahres- und auch der Tageszeiten zu sehen, hören, fühlen, spüren und zu riechen ist. Die Natur bietet Sinnesreize in vielfältigster Weise.

So wird die Sinneswahrnehmung geschult, entwickelt und gefördert. Je abwechslungs­reicher die sensorischen Fähigkeiten, die Grob- und Feinmotorik und der Gleichgewichtssinn eines Kindes sind, umso sicherer wird das Kind in seinen Bewegungen.

Das Erfahren von Stille und das Wahrnehmen unterschiedlichster Geräusche und Laute sind immens wichtig, sie fördern die Ausgeglichenheit und steigern die Konzentrationsfähigkeit. Immer wieder werden die Kinder im Wald dazu angeregt, genauer zu beobachten und hinzuhören.


5.2 Der Wald im Winter...

Ruhe - an manchen Tagen Licht durchflutet, an anderen nebelgrau. Der Schnee, der eben noch am Wegesrand lag, schmilzt in der warmen Hand.....Eiszapfen lösen sich in einer Pfütze auf, Spuren im Schnee verraten, dass wir nicht alleine im Wald sind. Eiskalter Wind, der durch die Bäume rauscht, wechselt sich ab mit wärmenden Sonnenstrahlen…


5.3 Der Wald im Frühling...

wenn die Kraft der Sonne im Frühjahr zunimmt, spüren wir die Wärme auf der Haut, Vögel fangen an zu singen, Schnee schmilzt und weicht den Boden auf, Pfützenspringen, Gräser sprießen, das erste zarte Grün an den Bäumen, der erste Kuckuck schreit…dann genügend Platz zu haben, die Freude und die Kraft in Bewegung umsetzen zu können!


5.4 Der Wald im Sommer...

kühlenden Schatten im grünen Wald genießen, summende und brummende Insekten beobachten, Wolkenbilder am Himmel entdecken, Berge bei Wanderungen erklimmen. Verschiedene Vögel an ihrem Zwitschern erkennen.


5.5 Der Wald im Herbst...

im Herbst sehen, wie die Blätter sich verfärben und den Boden mit einem bunten Teppich belegen, wie die Tiere sich auf den Winter vorbereiten und Vorräte sammeln - die Natur haut-nah erleben und be-greifen..

Besondere Momente, die die Kinder erleben dürfen.

Momente, in denen sie nicht nur angeregt werden, zu spüren, sondern auch nachzufragen, zu hinterfragen, auszuprobieren, zu erkennen und zu respektieren. Entdecken und Erforschen von Neuem und Unbekanntem. Momente, in denen sie sich als sinnvoller Teil dieser Natur und unserer Erde erfahren können.

Mit dem ständigen Aufenthalt in der Natur erleben und lernen die Kinder, sich als Mensch mit eigenen Kräften, Stärken und auch Grenzen in die Zusammenhänge der Natur einzufügen.

Sie begreifen, dass es Momente gibt, in denen sie gestaltend eingreifen und phantasiereich spielend mit der Natur umgehen können, dass es aber auch die anderen Momente gibt, in denen sie nur staunend und zuschauend vor den Wundern der Natur stehen.

Sie werden sensibilisiert für die Zusammenhänge zwischen dem Rhythmus der Jahreszeiten und dem Klima, für den pflanzlichen Bewuchs und den Lebensraum der Tiere. Die Kinder lernen wie wichtig es ist, diese unsere wundervolle Natur und Umwelt zu schützen und diesen Gedanken, sowie die Taten weiter zu tragen.


5.6 Bewegung und Gesundheitsförderung

Bei jedem Schritt, den es tut, lernt ein Kind.

Der Wald bietet zahlreiche Möglichkeiten, dem Bewegungsdrang der Kinder gerecht zu werden. Im Wald und in der freien Natur sind die Kinder fast immer in Bewegung. Sie laufen in unebenem Gelände, müssen auf Wurzeln, Steine und andere Hindernisse achten, können klettern und rennen.

Auf den regelmäßigen Wanderungen im Waldgebiet erwerben die Kinder ganz nebenher Ausdauer und Kraft. Beim Springen, Fallen (Waldboden ist weich!), Kraxeln und Balancieren lernen die Kinder sich, ihren Körper und nicht zu Letzt ihre Grenzen kennen und einzuschätzen.

Das walderfahrene Erzieherteam steht dabei begleitend zur Seite und möchte in und mit seiner pädagogischen Arbeit den Kindern die Möglichkeit schaffen, diese Dinge sicher und geschützt tun zu können.

Wie in anderen Lebensbereichen auch, sind Verletzungen nicht auszuschließen - doch ein Sturz auf moosweichem Waldboden ist gewiss nicht so schmerzhaft, wie auf einem Gehweg. (Zu Gefahren und 1. Hilfe bitte Punkt , Seite lesen)

Auch die Feinmotorik wird spielerisch und teilweise gezielt gefördert.

Sei es beim täglichen Rucksack packen, im Morgenkreis in Finger- und Bewegungsspielen, beim behutsamen „auf die Hand setzen“ eines Käfers oder im Umgang mit Ästen, Stöcken und anderen Naturmaterialien.

Am regelmäßigen Kreativtag wird der Umgang mit Schere, Stift, Pinsel, Perlen, aber auch mit Handsägen, Schnitzmessern, Raspeln, Feilen oder dergleichen geübt. Alles nötige Material befindet sich in unserem Bauwagen oder wird zu verschiedenen Projekten mitgebracht.


5.7 Sprache und mathematischen Vorläuferfähigkeiten

Sprachförderung im Wald findet auf eine andere Art und Weise statt, als in den meisten Regeleinrichtungen üblich und auch die Mathematik begegnet den Kindern im Wald auf ganz natürliche Weise.

Die freie Natur bietet jeden Tag Sprachanlässe, die beeinflusst werden von den Orten, den aktuellen Themen, den geplanten und ungeplanten Aktivitäten und nicht zu Letzt von den täglich wiederkehrenden Ritualen im Tagesablauf ( siehe Abschnitt Wochen – und Tagesablauf, Seite.10).

Zur Sprache gehört nicht nur das aktive und isolierte Sprechen, sondern vor allem das Zuhören und Kommunizieren. Dies findet in der Gruppe unter den Kindern und auch zwischen Erzieher/innen und Kindern auf ganz natürliche Art und Weise völlig ungezwungen statt. Das führt dazu, dass sich unter den Kindern eine sehr besondere Gesprächskultur entwickelt. Alle Kinder, auch eher zurückhaltende werden, ohne Druck, ganz selbstverständlich in Spielsituationen zum Sprechen motiviert. Die Kinder zeigen ein hohes Mitteilungsbedürfnis untereinander und auch gegenüber den Erwachsenen. Die Natur bietet unendlich viele Möglichkeiten, die die Kinder brauchen, um sprechen zu können.

Auch mathematische Vorläuferfähigkeiten werden in der Regel unbewusst von den Kindern erworben. Uns begegnet die Mathematik z.B. an einem großen Baumstumpf. Dort können die Kinder die Jahresringe sehen und zählen, den Umfang und Durchmesser mit ihren Armen ausmessen. Äste, Zapfen und Waldfrüchte, wie Kastanien, Bucheckern, Eicheln werden aufgehoben oder gesammelt und ihr ungleiches Gewicht im wahrsten Sinne des Wortes er-fasst und be-griffen.

Im Wald begegnen uns Tiere kleine und große, Käfer mit Punkten die gezählt werden können. Beim Wandern kommt man mit großen Schritten schneller voran, als mit kleinen.

Der Wald ist voller Wörter und Zahlen, die die Kinder ganzheitliche im Alltag für sich entdecken und dabei aktiv von den Erzieher/innen unterstützt werden.


5.8 Soziales Lernen

In der kleinen Gruppe und bei gemeinsamen Aktivitäten erleben die Kinder, wie eine Gemeinschaft funktioniert. Gerade im Wald, der anders als ein Raum, scheinbar grenzenlos ist und unendlich weit erscheint, ist die Gemeinschaft einer Gruppe sehr wichtig. Sie vermittelt Geborgenheit und Sicherheit, die die Kinder brauchen.

Gemeinsame und regelmäßig wiederkehrende Rituale im Alltag, geben den Kindern Halt und Orientierung (bspw. Morgenkreis, Abschlusskreis, Hände waschen, gemeinsames Frühstück und Mittagessen, Vorlesezeit und Abschlusskreis).

Im Alltag gibt es wichtige Regeln, die die Kinder lernen müssen und an die sich alle, sowohl Kinder, als auch Erzieher/innen, wie Besucher halten müssen, damit der Umgang mit und in der Natur nicht zu gefährlichen Situationen führt und die Natur selbst nicht gefährdet wird.

Beim Spiel lernen die Kinder die Notwendigkeit von gemeinsamen Absprachen kennen, ohne die das Spiel oder das Arbeiten in einer Gruppe nicht möglich sind.

Gleichzeitig verbinden die vielen emotionalen Erlebnisse in der Gruppe die einzelnen Kinder miteinander. Da es kaum vorgefertigtes Spielzeug gibt, konzentrieren sich die Kinder auf die Spielpartner und werden so zu Rollen- und Gruppenspielen angeregt. Beim Spiel entwickeln sie einen starken Zusammenhalt und große Hilfsbereitschaft, z.B.: Die „Großen“ helfen den „Kleinen“ beim Überqueren eines Grabens; ein großer Stamm kann nur gemeinsam getragen werden!

Rücksichtnahme, Geduld und Teilen müssen auch im Waldkindergarten gelernt werden. Allerdings ist die Gruppe klein und überschaubar und bietet für jeden genügend Platz, was zur Folge hat, dass Konflikte nicht so leicht entstehen.

In der Gemeinschaft lernen die Kinder, eigene Interessen zu erkennen und sie zu vertreten. Erfahrungsgemäß gibt es weniger aufgestaute Aggressionen, sie können durch den „Raum“ im Wald besser verarbeitet und abgebaut werden.


5.9 Fantasie und Kreativität

Durch das tägliche spielen im Wald lernen die Kinder ohne „vorgefertigtes“ Material ein sinnvolles Spiel entstehen zu lassen. Naturmaterialien bieten ihnen jede Möglichkeit, die sie benötigen. Aus einem Ast wird ein Flugzeug, aus einem Baumstamm ein Boot.

Die Kinder erfahren, dass sie mit wenigen Dingen und ohne große optische und akustische Reize auskommen können, um sich in ein Spiel zu vertiefen. Der freien Entfaltung sind keine Grenzen gesetzt.

Der Alltag im Wald fordert oft kreative Ideen zur Bewältigung von Schwierigkeiten: Wie kann man auf einer unebenen Fläche sitzen und seine Brotdose aufstellen, ohne dass sie umfällt? Welche Hilfsmittel hält die Natur bereit?

Darüber hinaus bieten die Jahreszeiten vielfältige Möglichkeiten Kreativität und Fantasie anzuregen. Der Frühling mit seinen zarten Blüten, der Sommer mit seiner Fülle von Grün, der Herbst mit seinen Früchten und bunten Blättern, der Winter mit Eis und Schnee.

All das wird im Kindergartenalltag durch Bilderbücher, Geschichten und kleineren Aktionen und Aktivitäten unterstützt und bereichert.

In den vorangegangenen Förder- und Lernbereichen werden die Vorteile der Waldpädagogik deutlich. Die darin aufgeführten Eigenschaften, legen den Grundstein für eine gesunde und glückliche Entwicklung.

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6. Gefahrenquellen und Vorbeugemaßnahmen

6.1 Gefahrenquellen:

Ø Zecken (mögliche Übertragung von FSME und Borreliose)

Ø der Fuchsbandwurm

Ø Insektenstiche

Ø Infizierung mit dem Tetanus-Erreger (Wundstarrkrampf)

Ø Tollwut

Ø Giftpflanzen

Ø Allergien

Ø Sommersmog

Ø Gewitter und Sturm

Ø Unfallrisiken


6.2 Vorbeugemaßnahmen:

Ø Ständig mitgeführt werden Erste-Hilfe-Sets und Mobiltelefone

Ø Alle Erzieher/innen nehmen regelmäßig alle zwei Jahre an einem Erste -Hilfe -Kurs teil

Ø Für plötzliche Unwetter steht eine Notunterkunft zur Verfügung

Ø Die richtige Ausrüstung und Bekleidung schützt vor Verletzungen und Umwelteinwirkungen

Ø Die Eltern werden über E-Mail zum Thema „Sommer- und Winterbekleidung“ und Ausrüstung informiert

Der Verein Blattwerk e.V. Heidelberg hat eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen. Die Kinder sind über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert, für die Dauer des Aufenthaltes im Waldkindergarten sowie auf dem Weg von Daheim zum Kindergarten und zurück.

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7. Der Waldkindergarten Riesenstein

7.1 Betriebsform

Träger ist der gemeinnützige „Blattwerk e.V. Heidelberg“

Unser Waldkindergarten ist ein staatlich anerkannter Kindergarten


7.2 Gruppengröße und Betreuung

Öffnungszeiten: Montag – Freitag, 7.30 – 14.30 Uhr

Unser Waldkindergarten hat eine Regelgruppe mit zwanzig Plätzen. Es werden Kinder im Alter von 3 – 6 Jahren von zwei staatlich anerkannten Fachkräften und einer zusätzlichen Kraft betreut.

Wir bieten eine verlängerte Öffnungszeit inklusive Mittagessen an. Das tägliche, auf die Bedürfnisse der Kinder abgestimmte und frisch zubereitete Mittagessen wird zu einer festen Zeit von einem Catering - Service geliefert.

Der Kindergarten ist an 27 Tagen im Jahr geschlossen. Die Kindergartenferien richten sich nach den Schulferien.

 

7.3 Einzugsgebiet, Standort, Treffpunkt

Das Haupteinzugsgebiet des Waldkindergartens Riesenstein ist die Heidelberger Altstadt und Weststadt. Es werden aber auch Kinder aus anderen Stadtteilen und umliegenden Gemeinden aufgenommen.

Der Standort unseres Bauwagens befindet sich im Waldgebiet des Riesenstein zwischen Johannes-Hoops-Weg und der Friedrich Ebert Anlage. Standort bedeutet hierbei, dass wir auf einem gut erreichbaren Platz im Bereich des Waldes einen Bauwagen stehen haben, an dem wir mit den Kindern die allmorgendliche Frühbetreuung und die Mittagszeit verbringen.

Üblicherweise ist der morgendliche Treffpunkt der Fußweg unterhalb der Bushaltestelle Friedrich-Ebert-Platz um 07.30 Uhr. Die Kinder werden morgens von den Eltern zu diesem Treffpunkt gebracht.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die Kinder um 08.30 Uhr direkt zum Bauwagen zu bringen.

Abgeholt werden die Kinder um 14.30 Uhr am gleichen Treffpunkt.

Kinder, die nicht am Mittagessen teilnehmen, sollten von 12.30 bis 12.45 Uhr am Bauwagen abgeholt werden.


7.4 Räumlichkeiten, Notunterkunft

Der beheizbare Bauwagen ist einerseits die Räumlichkeit, in denen die Kinder ihr tägliches Mittagessen einnehmen können, andererseits dient er uns als Schutzraum für besonders schlechte Witterungsverhältnisse.

Weiterhin steht uns eine Notunterkunft zur Verfügung, die wir bei Unwetterwarnungen, Temperaturen unter -10 Grad und bei Schneebruchgefahr nutzen können. An solchen Tagen können auch alternative Angebote von den Fachkräften beschlossen werden.

Der Bauwagen ist ausgestattet mit verschiedenen Materialien, die wir für unsere Angebote nutzen, mit pädagogisch wertvollen Spielen und Büchern, mit Wechsel­kleidung für die Kinder und dem Geschirr etc. das wir für unser Mittagessen benötigen.


7.5 Wochen – und Tagesablauf

In der Regel ist die Woche im Wald strukturiert, d.h. wiederkehrende Themen, an bestimmten Tagen, für die Kinder.

Der Montag ist der Wandertag, an dem wir mit den Kindern den Wald und seine Wege erkunden.

Der Dienstag steht unter dem Motto „Kreativtag“. An diesem Tag finden unterschiedliche kreative Angebote für die Kinder statt, abgestimmt auf das Alter der Kinder, das aktuelle Thema und die jeweilige Jahreszeit.

An einem Tag werden Angebote für die Vorschulkinder angeboten, die sie auf die Schule vorbereiten werden. (siehe nächster Punkt „Übergang Kindergarten - Grundschule“)

Ansonsten sind wir an den anderen Tagen in der Woche an unterschiedlichen Plätzen im Waldgebiet.


7.6 Der Tagesablauf:

Wichtige Elemente im Tagesablauf sind der Morgenkreis, in dem der Tag gemeinsam begonnen wird. Passend zu den Jahreszeiten und dem aktuellen Thema lernen die Kinder Lieder, Finger- und Kreisspiele. Außerdem erfahren sie, was wir zusammen unternehmen werden. Darüber hinaus bekommen sie Gelegenheit selbst Vorschläge und Ideen für den Tag einzubringen.

Das Frühstück wird jeden Tag mit dem gleichen Ritual begonnen: dem Hände waschen, dem Richten des gemeinsamen Frühstückskreises und einem Frühstückslied oder -spruch.

Nach der Wanderung, dem Freispiel oder den geplanten Angeboten, gibt es einen Abschlusskreis. Dieser beendet den Vormittag mit einer Geschichte, einem Lied, einer Erzählrunde oder einem Element, das zum aktuellen Thema passt.

Der Rückweg zum Bauwagen beendet für die einen Kinder den Tag im Wald, da sie dort abgeholt werden. Die anderen Kinder bereiten sich auf das Mittagessen vor und haben danach noch Freispielzeit, bis auch sie nach Hause gehen.

Ø 7.30 Uhr Treffpunkt Fußweg unterhalb der Bushaltestelle Friedr.-Ebert-Platz

Ø 8.30 Uhr letzte Bringzeit am Bauwagen

Ø 8.30 Uhr Morgenkreis

Ø ca. 9.30 – 10.30 Uhr Hände waschen, Gemeinsames Frühstück

Ø 12.30 Uhr zurück am Bauwagen, Erste Abholzeit

Ø 12.45 Uhr letzte Abholzeit, für die Kinder, die nicht am Mittagessen teilnehmen

Ø 13.00 Uhr Mittagessen

Ø 13.45 – 14.00 Uhr letzte Abholzeit am Bauwagen

Ø 14.00 Uhr Losgehen zum Treffpunkt

Ø 14.30 Uhr Abholzeit am Treffpunkt

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8. Übergang Kindergarten-Grundschule


Im letzten Kindergartenjahr findet für die Vorschulkinder eine Vorbereitung auf die Schule statt. Es werden Aktionen geplant und in wöchentlichen Treffen werden gezielt Eigenschaften gefördert, die für die Schulfähigkeit benötigt werden. Zu diesen gehören unter anderen Neugierde und Offenheit, Motivation und Lernbereitschaft, Konzentrationsfähigkeit und vernetztes Denken.

Zu Beginn des letzten Kindergartenjahres findet für die Eltern der Schulkinder eine Informationsveranstaltung statt.

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9. Elternarbeit


Von Seiten der pädagogischen Mitarbeiter werden mindestens 2 – 3 Elternabende im Jahr organisiert.

Mindestens einmal im Jahr werden die Eltern zu einem Entwicklungsgespräch eingeladen, in der Regel jeweils nach dem Geburtstag des Kindes. Außerdem ist es jederzeit möglich einen Gesprächstermin mit den Erzieher/innen zu vereinbaren.

Wichtige Infos werden den Eltern per E-Mail gesendet. Die Eltern sollten täglich in Ihr Mailfach schauen.

Die Mitarbeit und Mithilfe der Eltern ist notwendig und verpflichtend und betrifft folgende Bereiche:

· Wasser- und Wäschedienst

· Bauwagenreinigung / Technischer Dienst

· Toilettenreinigung / Wasserkanister befüllen / Abwasserkanister entleeren

· evtl. Elternmitgehdienst, bei Ausfällen der Erzieher/innen

Wasser zum Händewaschen muss täglich frisch, in dafür vorgesehenen Behältern, von den Eltern mitgebracht werden. Es wird eine wöchentliche Wasserliste erstellt.

Der Putz- und Hilfsdienst findet im monatlichen Wechsel statt.

Für die Bauwagenreinigung (1 x monatl.) wird ein Putzplan von den Eltern ausgearbeitet.

Die Toilette muss entleert und gereinigt werden (nach Bedarf 2 - 4 x im Monat)

Handtücher, Decken etc. müssen gewaschen werden.

Bei Bedarf muss die Gasflasche zum Befüllen gebracht und gewechselt werden.

Bei Ausfällen innerhalb des Erzieherteams ist in seltenen Fällen ein Elternmitgehdienst erforderlich. Eine Liste der möglichen Vertretungen ist vom Elternbeirat zu erstellen.

Weiterhin sollten die Eltern das pädagogische Team bei der Öffentlichkeitsarbeit, an Festen, Feiern und bei Projekten unterstützen und aktiv mitarbeiten.


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